Herbst 2025

Durchschnittlicher aber nasser Herbst

Ein Bilderbuchherbst war’s bestimmt nicht, aber auch nicht einer zum Verzweifeln. Der Herbst 25 erinnerte in vielem an den Herbst des Vorjahres, war er doch ebenfalls feucht und eher sonnenarm. Mit einem Temperaturmittel von 11,0 ° lag er im Bereich der Norm von 10,9°. Ein Wintereinbruch wie im November 2024 kam jedoch nicht vor.

Nach Sonnenuntergang auf der Wetterstation Ende September
Hochwasser im Dorenbach am 2. November

Sehr nasser September und November

Der September war mehr als doppelt so nass wie nach der Norm von 1991 bis 2020. Wir massen auf unserer Station 155 statt 72 Liter pro Quadratmeter, also 215 Prozent.  Am 4. und 8. September waren bereits Starkregen niedergegangen. Am 21. fielen sodann mit 52 Litern rund ein Drittel der ganzen Monatssumme oder  fast drei Viertel der üblichen Septemberniederschläge. Mit dieser Kaltfront war ein Temperatursturz von 14° verbunden, ausgelöst von einem Höhentief über Frankreich.  Viel Nieselregen folgte. Im November waren es schliesslich 109 statt der üblichen 69 Liter. Auch hier trugen zwei Starkregen wesentlich zum Ergebnis bei, am 1. waren es über 29 Liter. Nur etwa zehn Prozent zu nass war der Oktober. Die Regenmenge des ganzen Herbstes lag um 59 Prozent über der Norm. Der Klimawandel lässt grüssen!

Bodennebel im Leimental anfangs November
Herbstlicher Vollmond

Etwas weniger Sonnenschein, mehr Bewölkung

Zwei der drei Herbstmonate weisen ein Manko an Sonnenstunden auf, im November dagregen resultiert ein Plus von 27 Prozent Im September liegt die Zahl rund 10 Prozent, im Oktober rund 20 Prozent, unter der Norm. Für den ganzen Herbst ergibt sich ein Minus von vier Prozent. Es gab in allen Monaten Phasen mit trockenem und sonnigen Wetter. Im September war es die Zeit vom 16. bis 20. und im Oktober ein verspäteter Altweibersommer vom 7. bis zum 18., teilweise mit Nebel, Hochnebel und Bise. Der Martinisommer  folgte in der zweiten Novemberwoche mit hohen Temperaturen bis 17,4°. Entsprechend den reichlichen Niederschlägen lag die Bewölkung im Herbst auch etwas höher.

Oktober im Allschwiler Wald mit Dorenbach
Morgenrot (statt Nordlicht) Mitte November über Binningen

Temperaturen im Bereich der Norm

Eher überraschend waren die durchschnittlichen Temperaturen im vergangenen Herbst trotz mehreren milden Phasen. Doch zeigten sich auch markante Temperaturstürze. Am 20. September registrierten wir fast einen Hitzetag mit einem Maximum von 29,6°, am 22. sank die Temperatur nach einem Kaltfrontdurchgang im Minimum auf 11,3°. Danach folgte eine sehr trübe und feuchte letzte Septemberwoche mit einem umherziehenden Höhentief über dem Alpenraum. Auch zu Beginn des Oktobers erzeugte das Sturmief Amy einen Temperatursturz von 11 Grad. Danach kamen dann aber ab dem 7. sehr angenehme, ruhige Herbsttage mit Bisenlage. Ab dem 20. kam Westwindwetter auf, gefolgt von einem Herbststurm mit starken Windböen am 23. Die zweite Novemberwoche mit dem milden Martinisommer und die dritte feucht-kalte Woche waren ebenfalls sehr gegensätzlich. Der November war um 0,2°, der September um 0,3° zu mild, während der Oktober genau in der Norm lag. Sommertage (mit Temperatur über 25°) gabe es im September sechs statt sieben; Frosttage (Temperatur unter Null) im November vier statt sechs, dafür einen Eistag (ganztags unter dem Gefriepunkt). Seit 2010 ist dies der erste Eistag im November.

Reiche Apfelernte
Prächtiger Röhrling im September

Gutes Obst- und Pilzjahr

Die Natur bot uns im vergangenen Herbst eine gute Ernte im Obst- und Rebbau. Erfreulich auch die reichen Pilzerträge im September und Oktober. Die Vegetation brachte uns schöne Herbstfarben im Oktober, der Laubfall war Mitte November abgeschlossen.

Zirkumglobalstrahlungsmesser mit Reif am Morgen
Herbst 2025Norm 1991 - 2020Norm 1961 - 1990
Durchschnittstemperatur11.0°10.9°10.1°
Niederschlag349 mm219 mm173 mm
Sonnenscheindauer346 Std.361 Std.365 Std.

Meteorologischer Verein der Region Basel
Max Baumann, Albert Braun